śrī-bhagavān uvāca
mayy āsakta-manāḥ pārtha
yogaḿ yuñjan mad-āśrayaḥ
asaḿśayaḿ samagraḿ māḿ
yathā jñāsyasi tac chṛṇu
Å›rÄ«-bhagavÄn uvÄca — der Höchste Herr sprach; mayi — an Mich; Äsakta-manÄḥ — mit angehaftetem Geist; pÄrtha — o Sohn Pá¹›thÄs; yogam — Selbstverwirklichung; yuñjan — ausübend; mat-ÄÅ›rayaḥ — im Bewußtsein über Mich (Kṛṣṇa-Bewußtsein); asaá¹Å›ayam — ohne Zweifel; samagram — vollständig; mÄm — Mich; yathÄ â€” wie; jñÄsyasi — du kannst kennen; tat — dies; Å›rnu — höre.
ERLÄUTERUNG: Im Siebten Kapitel der Bhagavad-gita wird das Wesen des Krsna-Bewußtseins umfassend beschrieben. Krsna besitzt alle Füllen in Vollkommenheit, und hier wird beschrieben, wie Er diese Füllen entfaltet. Ein weiteres Thema des Siebten Kapitels sind die vier Arten vom Glück begünstigter Menschen, die sich Krsna nähern, und die vier Arten unglückseliger Menschen, die sich Krsna niemals zuwenden.
In den ersten sechs Kapiteln der Bhagavad-gita ist das Lebewesen als nichtmaterielle, spirituelle Seele beschrieben worden, die durch verschiedene Arten von yoga Selbstverwirklichung erreichen kann. Am Ende des Sechsten Kapitels wurde ausdrücklich erklärt, daß die beständige Konzentration des Geistes auf Krsna – mit anderen Worten, Krsna-Bewußtsein – die höchste Form aller yoga-Vorgänge darstellt. Nur wenn man den Geist auf Krsna richtet, und nicht auf andere Weise, kann man die Absolute Wahrheit vollständig erkennen. Die Erkenntnis des unpersönlichen brahmajyoti oder des lokalisierten Paramatma ist nicht vollkommen, denn dies stellt nur eine Teilerkenntnis der Absoluten Wahrheit dar. Vollkommenes und wissenschaftliches Wissen ist in Krsna zu finden, und jedem, der Krsna-Bewußtsein entwickelt, wird alles offenbart. Auf der Stufe des vollständigen Krsna-Bewußtseins erkennt man, daß Krsna das endgültige Wissen jenseits aller Zweifel ist. Die verschiedenen Formen des yoga sind nichts weiter als Stufen auf dem Pfad zum Krsna-Bewußtsein. Jemand, der sich direkt dem Krsna- Bewußtsein zuwendet, besitzt automatisch vollständiges Wissen über das brahmajyoti und den Paramatma. Wenn man den yoga des Krsna- Bewußtseins praktiziert, kann man alles in Vollkommenheit erkennen – die Absolute Wahrheit, die Lebewesen, die materielle Natur und ihre Manifestationen mit allem, was dazugehört.
Man sollte sich deshalb demjenigen yoga-Pfad zuwenden, der im letzten Vers des Sechsten Kapitels beschrieben wird. Es ist möglich, den Geist auf Krsna, den Höchsten, zu richten, wenn man den Vorschriften des hingebungsvollen Dienstes folgt, der sich in neun verschiedene Vorgänge unterteilen läßt, von denen sravanam der erste und wichtigste ist. Aus diesem Grund sagt der Herr zu Arjuna: „Höre von Mir“ (tac chrnu). Niemand kann eine größere Autorität sein als Krsna, und von Ihm zu hören bietet einem deshalb die größte Möglichkeit, im Krsna- Bewußtsein die Vollkommenheit zu erreichen. Man muß deshalb direkt von Krsna oder von einem reinen Geweihten Krsnas Wissen empfangen – und auf keinen Fall von einem Nichtgottgeweihten und Emporkömmling, der auf seine akademische Ausbildung stolz ist.
Das Srimad-Bhagavatam beschreibt im Zweiten Kapitel des Ersten Cantos diesen Vorgang, durch den man Krsna, die Höchste Persönlichkeit Gottes, die Absolute Wahrheit, erkennen kann, wie folgt:
srnvatam sva-kathah krsnah
punya-sravana-kirtanah
hrdy antah-stho hy abhadrani
vidhunoti suhrt satam
nasta-prayesv abhadresu
nityam bhagavata-sevaya
bhagavaty uttama-sloke
bhaktir bhavati naisthiki
tada rajas-tamo-bhavah
kama-lobhadayas ca ye
ceta etair anaviddham
sthitam sattve prasidati
evam prasanna-manaso
bhagavad-bhakti-yogatah
bhagavat-tattva-vijñanam
mukta-saá¹…gasya jayate
bhidyate hrdaya-granthis
chidyante sarva-samsayah
ksiyante casya karmani
drsta evatmanisvare
„Aus den vedischen Schriften über Krsna oder aus der Bhagavad-gita direkt von Krsna zu hören ist in sich selbst eine fromme Tätigkeit. Wenn ein Gottgeweihter ständig damit beschäftigt ist, über Krsna zu hören, offenbart Sich ihm Sri Krsna, der im Herzen eines jeden weilt, als höchster wohlmeinender Freund und läutert ihn von innen. So entwickelt der Gottgeweihte auf natürliche Weise sein schlummerndes transzendentales Wissen. Je mehr er aus dem Bhagavatam und von den Gottgeweihten über Krsna hört, desto mehr wird er im hingebungsvollen Dienst des Herrn gefestigt. Wenn man hingebungsvollen Dienst entwickelt, wird man von den Erscheinungsweisen der Leidenschaft und Unwissenheit frei, und materielle Lust und Habgier lassen nach. Wenn diese Unreinheiten fortgewaschen sind, bleibt der angehende Transzendentalist fest auf der Ebene reiner Tugend verankert, er wird durch hingebungsvollen Dienst belebt und versteht die Wissenschaft von Gott vollkommen. So durchtrennt bhakti-yoga den festen Knoten materieller Anhaftung und befähigt den Gottgeweihten, sogleich die Stufe von asamsayam samagram zu erreichen, auf der man die Höchste Absolute Wahrheit, die Persönlichkeit Gottes, versteht.“ (Srimad-Bhagavatam 1.2.17–21)
Deshalb kann man die Wissenschaft von Krsna nur verstehen, wenn man von Krsna oder Seinem Krsna-bewußten Geweihten hört.