sannyāsas tu mahā-bāho
duḥkham āptum ayogataḥ
yoga-yukto munir brahma
na cireṇādhigacchati
sannyÄsaḥ — der Lebensstand der Entsagung; tu — aber; mahÄ-bÄho — o Starkarmiger; duḥkham — Leid; Äptum — man wird getroffen von; ayogataḥ — ohne hingebungsvollen Dienst; yoga-yuktaḥ — wer sich im hingebungsvollen Dienst beschäftigt; muniḥ — ein Denker; brahma — den Höchsten; na cireṇa — ohne Verzug; adhigacchati — erreicht.
ERLÄUTERUNG: Es gibt zwei Klassen von sannyasis, Menschen im Lebensstand der Entsagung. Die Mayavadi-sannyasis sind mit dem Studium der saṅkhya-Philosophie beschäftigt, während die Vaisnava-sannyasis die Bhagavatam-Philosophie studieren, die den richtigen Kommentar zu den Vedanta-sutras liefert. Auch die Mayavadi-sannyasis studieren die Vedanta-sutras, benutzen dabei jedoch ihren eigenen Kommentar, den Sariraka-bhasya, der von Saṅkaracarya verfaßt wurde. Die Anhänger der Bhagavata-Schule betätigen sich gemäß den pañcaratriki-Vorschriften im hingebungsvollen Dienst des Herrn, und daher gibt es für die Vaisnava-sannyasis in diesem transzendentalen Dienst immer viele Beschäftigungen. Die Vaisnava-sannyasis haben nichts mit materiellen Tätigkeiten zu tun, und dennoch führen sie in ihrem hingebungsvollen Dienst zum Herrn verschiedenste Tätigkeiten aus. Die Mayavadi- sannyasis hingegen, die sich mit dem Studium von saṅkhya und Vedanta und mit Spekulation befassen, können den transzendentalen Dienst des Herrn nicht kosten. Weil ihre Studien mit der Zeit sehr langweilig und fade werden, werden sie es müde, über das Brahman zu spekulieren, und suchen deshalb beim Bhagavatam Zuflucht, ohne es jedoch richtig zu verstehen. Folglich wird es für sie sehr schwierig, das Srimad-Bhagavatam zu studieren. Die trockenen Spekulationen und unpersönlichen Interpretationen mit künstlichen Mitteln helfen den Mayavadi-sannyasis nicht weiter. Die Vaisnava-sannyasis hingegen, die hingebungsvollen Dienst ausführen, erfahren bei der Erfüllung ihrer Pflichten transzendentales Glück, und dazu haben sie die Garantie, schließlich in das Königreich Gottes zu gelangen. Die Mayavadi- sannyasis fallen manchmal vom Pfad der Selbstverwirklichung ab und wenden sich wieder weltlichen Tätigkeiten philanthropischer und altruistischer Natur zu, die nichts weiter als materielle Beschäftigungen sind. Daher lautet die Schlußfolgerung, daß diejenigen, die im Krsna- Bewußtsein tätig sind, besser gestellt sind als die sannyasis, die nur darüber spekulieren, was Brahman ist und was nicht Brahman ist, obgleich auch sie nach vielen Geburten zum Krsna-Bewußtsein kommen.