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vyāsa-prasādāc chrutavān

etad guhyam ahaḿ param

yogaḿ yogeśvarāt kṛṣṇāt

sākṣāt kathayataḥ svayam

vyÄsa-prasÄdÄt — durch die Barmherzigkeit VyÄsadevas; Å›rutavÄn — habe gehört; etat — dies; guhyam — vertraulich; aham — ich; param — die höchste; yogam — Mystik; yoga-īśvarÄt — vom Meister aller Mystik; kṛṣṇÄt — von Kṛṣṇa; sÄká¹£Ät — direkt; kathayataḥ — sprechend; svayam — persönlich.


Text

Durch die Barmherzigkeit Vyasas habe ich dieses höchst vertrauliche Gespräch direkt vom Meister aller Mystik, Krsna, gehört, der persönlich zu Arjuna sprach.

Purport

ERLÄUTERUNG: Vyasa war der spirituelle Meister Sañjayas, und Sañjaya erklärt, daß er nur durch die Barmherzigkeit Vyasas die Höchste Persönlichkeit Gottes verstehen konnte. Dies bedeutet, daß man Krsna nicht direkt verstehen kann, sondern nur durch das Medium des spirituellen Meisters. Der spirituelle Meister ist das transparente Medium, doch dies bedeutet nicht, daß die Erfahrung des Schülers nicht direkt ist. Dies ist das Mysterium der Schülernachfolge. Wenn der spirituelle Meister echt ist, kann man, wie Arjuna, die Bhagavad-gita direkt hören. Es gibt überall auf der Welt viele Mystiker und yogis, doch Krsna ist der Meister aller yoga-Systeme. Krsnas Unterweisung in der Bhagavad-gita ist deutlich – man muß sich Krsna ergeben. Wer dies tut, ist der höchste yogi. Dies wird im letzten Vers des Sechsten Kapitels bestätigt: yoginam api sarvesam.

Narada ist der direkte Schüler Krsnas und der spirituelle Meister Vyasas. Deshalb ist Vyasa genauso autorisiert wie Arjuna, denn er befindet sich in der Schülernachfolge, und Sañjaya ist der direkte Schüler Vyasas. Durch die Gnade Vyasas wurden Sañjayas Sinne geläutert, und er konnte Krsna direkt sehen und hören. Jemand, der Krsna direkt hört, kann dieses vertrauliche Wissen verstehen. Wenn sich jemand nicht an die Schülernachfolge wendet, kann er Krsna nicht verstehen; deshalb bleibt sein Wissen immer unvollkommen, zumindest was das Verständnis der Bhagavad-gita betrifft.

In der Bhagavad-gita werden alle yoga-Systeme erklärt – karma-yoga, jñana-yoga und bhakti-yoga. Krsna ist der Meister all dieser Arten von Mystik, und Arjuna hatte das große Glück, Krsna direkt zu verstehen. Aber wie aus diesem Vers hervorgeht, war auch Sañjaya, durch die Gnade Vyasas, imstande, direkt von Krsna zu hören. Im Grunde genommen macht es keinen Unterschied, ob man direkt von Krsna oder direkt von einem echten spirituellen Meister wie Vyasa über Krsna hört. Der spirituelle Meister ist auch der Stellvertreter Vyasadevas. Deshalb feiern die Schüler am Geburtstag des spirituellen Meisters gemäß dem vedischen Brauch eine Zeremonie, die man Vyasa-puja nennt.