aśraddadhānāḥ puruṣā
dharmasyāsya parantapa
aprāpya māḿ nivartante
mṛtyu-saḿsāra-vartmani
aÅ›raddadhÄnÄḥ — diejenigen, die ungläubig sind; puruá¹£aḥ — solche Menschen; dharmasya — dem Vorgang der Religion gegenüber; asya — dies; param-tapa — o Vernichter der Feinde; aprÄpya — ohne zu erreichen; mÄm — Mich; nivartante — kommen zurück; má¹›tyu — des Todes; saá¹sÄra — im materiellen Dasein; vartmani — auf dem Pfad.
ERLÄUTERUNG: Die Ungläubigen können den Vorgang des hingebungsvollen Dienstes nicht erfolgreich ausführen; das ist die Bedeutung dieses Verses. Glaube wird durch die Gemeinschaft mit Gottgeweihten erweckt. Bedauernswerte Menschen glauben nicht an Gott, selbst nachdem sie alle Beweise der vedischen Literatur von großen Persönlichkeiten vernommen haben. Sie sind von zögernder Natur, und sie sind nicht in der Lage, sich auf die Ebene gefestigten hingebungsvollen Dienstes zu erheben. Folglich ist Glaube einer der wichtigsten Faktoren für den Fortschritt im Krsna-Bewußtsein. Nach Aussage des Caitanya- caritamrta ist Glaube die feste Überzeugung, daß man einfach durch Dienst für den Höchsten Herrn, Sri Krsna, die höchste Vollkommenheit erreichen kann. Das ist wirklicher Glaube. Im Srimad-Bhagavatam (4.31.14) heißt es:
yatha taror mula-nisecanena
trpyanti tat-skandha-bhujopasakhah
pranopaharac ca yathendriyanam
tathaiva sarvarhanam acyutejya
„Wenn man die Wurzel eines Baumes bewässert, werden alle Äste, Zweige und Blätter zufriedengestellt, und wenn man den Magen mit Essen versorgt, werden alle Sinne des Körpers zufriedengestellt. In ähnlicher Weise werden alle Halbgötter und alle Lebewesen zufriedengestellt, wenn man sich im transzendentalen Dienst des Höchsten Herrn beschäftigt.“
Wenn man die Bhagavad-gita gelesen hat, sollte man deshalb unverzüglich zur Schlußfolgerung der Bhagavad-gita kommen: Man sollte alle anderen Beschäftigungen aufgeben und den Dienst für den Höchsten Herrn, Krsna, die Persönlichkeit Gottes, aufnehmen. Glaube bedeutet, von dieser Lebensphilosophie überzeugt zu sein.
Die Entwicklung solchen Glaubens ist der Vorgang des Krsna- Bewußtseins. Es gibt drei Gruppen von Krsna-bewußten Menschen. Zur dritten Gruppe gehören diejenigen, die keinen Glauben haben. Selbst wenn sie nach außen hin im hingebungsvollen Dienst tätig sind, können sie die Stufe höchster Vollkommenheit nicht erreichen. Höchstwahrscheinlich werden sie sich nach einiger Zeit wieder abwenden. Sie mögen zwar im hingebungsvollen Dienst beschäftigt sein, aber weil es ihnen an völliger Überzeugung und festem Glauben mangelt, fällt es ihnen sehr schwer, am Krsna-Bewußtsein festzuhalten. Wir haben bei der Ausübung unserer missionarischen Tätigkeiten die praktische Erfahrung gemacht, daß sich einige Menschen dem Krsna-Bewußtsein mit einem versteckten Motiv zuwenden. Sobald es ihnen wirtschaftlich ein wenig besser geht, geben sie den Vorgang auf und gehen wieder ihre alten Wege. Nur durch Glauben kann man im Krsna-Bewußtsein Fortschritt machen. Was die Entwicklung von Glauben betrifft, so gilt jemand, der in den Schriften des hingebungsvollen Dienstes wohlbewandert ist und die Stufe festen Glaubens erreicht hat, als erstklassiger Gottgeweihter. Zur zweiten Gruppe gehören diejenigen, die im Verständnis der Schriften des hingebungsvollen Dienstes nicht sehr fortgeschritten sind, die aber trotzdem von sich aus fest daran glauben, daß krsna-bhakti, Dienst zu Krsna, der beste Weg ist, und ihn deshalb in gutem Glauben angenommen haben. Daher befinden sie sich auf einer höheren Stufe als die drittklassigen Gottgeweihten, die weder über vollkommenes Wissen von den Schriften noch über festen Glauben verfügen, die aber aufgrund der Gemeinschaft mit Gottgeweihten und aufgrund ihres einfachen Wesens dennoch versuchen, diesem Pfad zu folgen. Der drittklassige Gottgeweihte kann zu Fall kommen, doch wenn man zur zweiten Klasse gehört, kommt man nicht zu Fall. Für den erstklassigen Gottgeweihten besteht keine Möglichkeit herunterzufallen. Auf dieser Stufe wird man mit Sicherheit Fortschritt machen und am Ende das Ziel erreichen. Was den drittklassigen Gottgeweihten betrifft, so glaubt er zwar, daß hingebungsvoller Dienst für Krsna sehr gut ist, hat jedoch noch kein ausreichendes Wissen über Krsna aus den Schriften wie dem Srimad-Bhagavatam und der Bhagavad-gita. Manchmal neigen diese drittklassigen Gottgeweihten zu karma-yoga oder jñana-yoga, und zuweilen sind sie verwirrt, doch sowie die Infektion von karma- yoga oder jñana-yoga verflogen ist, werden sie zu zweitklassigen oder sogar erstklassigen Gottgeweihten. Glaube an Krsna wird ebenfalls in drei Stufen unterteilt und wird im Srimad-Bhagavatam beschrieben. Erstklassige Anhaftung, zweitklassige Anhaftung und drittklassige Anhaftung werden ebenfalls im Srimad-Bhagavatam, im Elften Canto, erklärt. Diejenigen, die keinen Glauben haben, selbst nachdem sie von Krsna und der Vortrefflichkeit des hingebungsvollen Dienstes gehört haben, und die alles nur für schöne Worte halten, finden diesen Pfad sehr schwierig, auch wenn sie angeblich im hingebungsvollen Dienst beschäftigt sind. Für sie besteht sehr wenig Hoffnung, die Vollkommenheit zu erreichen. Folglich ist Glaube bei der Ausführung hingebungsvollen Dienstes sehr wichtig.