bahūnāḿ janmanām ante
jñānavān māḿ prapadyate
vāsudevaḥ sarvam iti
sa mahātmā su-durlabhaḥ
bahÅ«nÄṠ— viele; janmanÄm — wiederholte Geburten und Tode; ante — nach; jñÄna-vÄn — jemand, der über vollständiges Wissen verfügt; mÄm — Mir; prapadyate — ergibt sich; vÄsudevaḥ — die Persönlichkeit Gottes, Kṛṣṇa; sarvam — alles; iti — auf diese Weise; saḥ — diese; mahÄ-ÄtmÄ â€” große Seele; su-durlabhaḥ — sehr selten zu finden.
ERLÄUTERUNG: Wenn das Lebewesen nach vielen, vielen Leben zum Punkt kommt, wo es hingebungsvollen Dienst oder transzendentale Rituale ausführt, entwickelt es letzten Endes transzendentales reines Wissen und erkennt, daß die Höchste Persönlichkeit Gottes das endgültige Ziel aller spirituellen Erkenntnis ist. Am Anfang des Pfades der spirituellen Erkenntnis, während man noch versucht, seine Anhaftung an den Materialismus aufzugeben, neigt man sehr leicht zu unpersönlichen Vorstellungen; doch wenn man weiteren Fortschritt macht, kann man verstehen, daß es im spirituellen Leben Tätigkeiten gibt und daß diese Tätigkeiten hingebungsvollen Dienst darstellen. Wenn man dies erkennt, entwickelt man Anhaftung an die Höchste Persönlichkeit Gottes und ergibt sich dem Herrn. An diesem Punkt versteht man, daß Sri Krsnas Barmherzigkeit alles ist, daß Er die Ursache aller Ursachen ist und daß die materielle Manifestation nicht unabhängig von Ihm ist. Man erkennt, daß die materielle Welt eine verzerrte Spiegelung der spirituellen Mannigfaltigkeit ist und daß es in allem eine Beziehung zum Höchsten Herrn, Sri Krsna, gibt. So sieht man alles in Beziehung zu Vasudeva, Sri Krsna. Eine solche universale Sicht von Vasudeva bringt einen schnell zum höchsten Ziel, der völligen Hingabe zum Höchsten Herrn, Sri Krsna. Solche ergebenen, großen Seelen sind sehr selten.
Der vorliegende Vers der Bhagavad-gita wird im Dritten Kapitel (Vers vierzehn und fünfzehn) der Svetasvatara Upanisad sehr schön erklärt:
sahasra-sirsa purusah
sahasraksah sahasra-pat
sa bhumim visvato vrtva-
tyatisthad dasaá¹…gulam
purusa evedam sarvam
yad bhutam yac ca bhavyam
utamrtatvasyesano
yad annenatirohati
„Sri Visnu hat Tausende Köpfe, Tausende Augen und Tausende Füße. Er umfasst das gesamte Universum in seiner Ganzheit und erstreckt Sich darüber hinaus noch um die Breite von zehn Fingern. Er ist in der Tat dieses ganze Universum. Er ist alles, was war und alles, was sein wird. Er ist der Herr der Unsterblichkeit und der Herr all dessen, was durch Nahrung erhalten wird.“ In der Chandogya Upanisad (5.1.15) heißt es: na vai vaco na caksumsi na srotrani na manamsity acaksate prana iti evacaksate prano hy evaitani sarvani bhavanti. „Weder die Kraft zu sprechen noch die Kraft zu sehen, noch die Kraft zu hören, noch die Kraft zu denken ist der ursprüngliche, bewegende Faktor im Körper eines Lebewesens; es ist die Lebensluft, die das Zentrum aller Tätigkeiten ist.“ Ebenso ist Vasudeva, die Höchste Persönlichkeit Gottes, Sri Krsna, der ursprüngliche, bewegende Faktor in allem. Und weil Vasudeva alldurchdringend ist und alles Vasudeva ist, ergibt sich Ihm der Gottgeweihte in vollem Wissen (vergleiche Bhagavad-gita 7.17 und 11.40).