śrī-bhagavān uvāca
asaḿśayaḿ mahā-bāho
mano durnigrahaḿ calam
abhyāsena tu kaunteya
vairāgyeṇa ca gṛhyate
Å›rÄ«-bhagavÄn uvÄca — die Persönlichkeit Gottes sprach; asaá¹Å›ayam — zweifellos; mahÄ-bÄho — o Starkarmiger; manaḥ — der Geist; durnigraham — schwer zu bezwingen; calam — unstet; abhyÄsena — durch Praxis; tu — aber; kaunteya — o Sohn KuntÄ«s; vairÄgyeṇa — durch Loslösung; ca — auch; gá¹›hyate — kann so beherrscht werden.
ERLÄUTERUNG: Der Herr, die Höchste Persönlichkeit Gottes, stimmt hier Arjunas Aussage zu, daß es schwierig ist, den widerspenstigen Geist zu beherrschen. Gleichzeitig aber weist Er darauf hin, daß es durch Übung und Loslösung möglich ist. Worin besteht diese Übung? Im gegenwärtigen Zeitalter kann niemand solch strenge Regeln und Vorschriften befolgen, wie sich an einem heiligen Ort niederzusetzen, den Geist auf die Überseele zu richten, die Sinne und den Geist zurückzuziehen, das Zölibat einzuhalten, allein zu leben, usw. Auf dem Pfad des Krsna-Bewußtseins jedoch beschäftigt man sich in neun Arten des hingebungsvollen Dienstes zum Herrn. Die erste und wichtigste dieser hingebungsvollen Betätigungen ist das Hören über Krsna. Dies ist ein sehr mächtiges transzendentales Mittel, um den Geist von allen schlechten Einflüssen zu reinigen. Je mehr man über Krsna hört, desto mehr wird man erleuchtet und löst sich von allem, was den Geist von Krsna fortzieht. Indem man den Geist von Tätigkeiten löst, die nicht dem Herrn geweiht sind, kann man sehr leicht vairagya erlernen. Vairagya bedeutet Loslösung von Materie und die Beschäftigung des Geistes auf der spirituellen Ebene. Unpersönliche spirituelle Loslösung ist schwieriger zu erreichen als die Anhaftung des Geistes an die Taten Krsnas. Hören über Krsna ist etwas sehr Praktisches, denn durch solches Hören entwickelt man automatisch Anhaftung an den Höchsten Herrn. Diese Anhaftung wird paresanubhuti, spirituelle Zufriedenheit, genannt. Sie gleicht dem Gefühl der Zufriedenheit, die ein hungriger Mensch mit jedem Bissen, den er zu sich nimmt, empfindet. Je mehr man ißt, desto mehr wird der Hunger gestillt, und man fühlt Zufriedenheit und Stärke. Ebenso empfindet man bei der Ausübung hingebungsvollen Dienstes in dem Maße transzendentale Zufriedenheit, wie der Geist von materiellen Objekten gelöst ist. Es ist so, als heile man eine Krankheit durch fachkundige Behandlung und geeignete Diät. Über die transzendentalen Taten Sri Krsnas zu hören ist daher die fachkundige Behandlung für den verrückten Geist, und Nahrung zu essen, die Krsna geopfert wurde, ist die geeignete Diät für den leidenden Patienten. Diese Behandlung ist der Vorgang des Krsna-Bewußtseins.